Zur Person | Zur Zeit entsteht eine neue Website, deshalb ist einiges nicht aktualisiert.

Mit seinem 2016 eröffneten Werderplatz-Laden ist Tom Boller selbst zur Marke geworden. Der wortverspielte Kommunikationsdesigner hat seine mehr als die Zeit ansagenden Uhrnikate inzwischen ebenso an den Nagel gehängt wie Mietfächer und Wechselausstellungen. Aus der Ladengalerie ist das Atelier geworden, in dem sich Boller fortan neben großformatigen Acrylmalereien auf den Zeichenstift fokussiert: Mit ihm kreiert er im Kundenauftrag Porträts, bringt Ladengeschäfte und Unternehmenssitze, aber auch Privathäuser zu Papier. Seinen langjährigen künstlerischen Erfahrungsschatz gibt er bei Kursen für Einsteiger und Fortgeschrittene (Gegenständliches Zeichnen mit Blei- und Buntstift) wie Interessierte mit Vorkenntnissen (Layouttechnik mit Markern) weiter. Aus innerem Antrieb entsteht seine vom Postkartenabzug bis zum Großformat erhältliche Bilderserie „Karlsruher Lieblingsbaustellen“, von denen es ganz zeitgemäß auch unterirdische Motive gibt. Auf die im skizzenhaften Stil mit schnellen Strichen gezeichneten Baugruben-Stadtansichten der Kombilösung wurde man auch in der Landeshauptstadt aufmerksam, wo „Deutschlands ältester Newcomer“  jüngst den Baufortschritt von Stuttgart 21 dokumentieren durfte. Neu: die Serie „Karlsruher Lieblingsplätze“ mit selbstverständlichem Start am Werderplatz. In Planung sind historische Karlsruher Bauten sowie digital nachbearbeitete Zeichnungen. Und bei den Quartalsevents wird die mutmaßlich kleinste Bühne Karlsruhes ausgeklappt, auf der das Gründungsmitglied des benachbarten Kohi Kulturraums mit seinen an der Gitarre vor-getragenen Boller-Liedern auch selbst hin und wieder künstlerisch aktiv ist. Konstruiert hat sie Allround-Künstler Stani, der von seinem pragmatisch-huldvoll „Gegenüber TomBoller“ benannten Showroom auf der an deren Platzseite aus dem Atelier gelegentlich auch wortwörtlich den roten Teppich ausrollt und damit die beiden Läden temporär verbindet. -pat
Text: Patrick Wurster für einzelhelden INKA cityguide 2021
Hier ein einminütiger Filmbeitrag über den „Baustellenzeichner“ im SWR: